Gerüchteweise soll es im Mai nach ergiebigen Regenfällen Morcheln geben, vor allem in der Nähe von Bächen. Also haben Klaus Häringer und ich uns schon seit mehreren Jahren im Frühjahr auf den Weg gemacht, um welche an entsprechenden Plätzen (Rotmaintal bei Bayreuth etc.) zu finden. Bis jetzt war die Suche nie von Erfolg gekrönt, aber dieses Jahr, am 15. Mai, war es dann soweit. Ein Haufen leckere Maipilze, Calocybe gambosa, und etliche Halbfreie Morcheln, Morchella gigas, standen am Wegesrand in einem Laubmischwald auf Muschelkalk östlich von Bayreuth.


Die Maipilze waren noch gut erhalten. Sie wachsen ab dem Namenstag des heiligen Georg, dem 23. April, bis in den Mai hinein. Vom ersten Tag, an dem sie erscheinen, kommt der synonyme Name für diesen Pilz: Tricholoma georgii. Die Morcheln waren schon etwas über die Zeit, da sollte man wahrscheinlich eine Woche früher anrücken. Die Halbfreie Morchel heißt so, weil die Unterkante des Huts nicht mit dem Stiel verwachsen ist. Darauf weisen auch der synonyme Name Morchella semilibera und der alternative deutsche Name "Käppchenmorchel" hin.
Beide Pilze sind als Speisepilze durchaus lecker. Das ist auch gut so, da man um diese Jahreszeit wenig Auswahl hat.